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 Betreff des Beitrags: In welchem Datei-Format speichern?
BeitragVerfasst: 15.01.2011 21:46:47 
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Grundsätzlich muß ich sagen/schreiben dürfen können müssen dass ich dem TMD-Format recht zugeneigt bin. Nach eigenen Tests ist die Ladezeit -bei unkomplizierten Dokumenten- um einiges besser wie bei den Datei-Formaten der etablierten Konkurrenz. Traurig ist für mich jedoch dass keine Kompatibilität zu "SoftMaker Office 2006" vorhanden ist: Auf "MS-Windows Me"-Rechnern funktionieren neuere Versionen des "SoftMaker Office" nicht. Ich speichere Text-Dokumente daher in das Format "Word 6.0 (*.doc)". Diese Dateien bieten meiner Meinung nach ein sehr hohes Maß an Kompatibilität; bis zu Win95. Die Dateien werden beim Speichern deutlich größer als bei neueren Formaten, aber: Wer solche Dateien als Archiv -mit einem der neueren Kompressions-Verfahren- ablegt wird einen zum Teil sehr deutlichen GrößenVorteil feststellen können. Das ist auch auf Linux-Rechnern mit dem häufig bereits integrierten Archiv-Format BZ2 der Fall.


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BeitragVerfasst: 16.01.2011 12:52:26 
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Du weißt aber, dass du sowohl aus TM 2008 als auch aus TM 2010 deine Dokumente auch im TM 2006-Format speichern kannst?

Freundlichen Gruß
Jossi


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BeitragVerfasst: 26.01.2011 00:42:02 
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Jossi hat geschrieben:
Du weißt aber, dass du sowohl aus TM 2008 als auch aus TM 2010 deine Dokumente auch im TM 2006-Format speichern kannst?

Freundlichen Gruß
Jossi



Selbstverständlich! Die Ladezeit ist länger, die Datei größer.
Ich gebe außerdem zu bedenken dass eine große Sammlung von "Word 6.0"-DOCs gesichert in einem Archiv-Format wie z.B. "7-zip LZMA" i.d.R. deutlich kleiner wird und zu älteren Rechnern kompatibel bleibt; z.B. dem in Win95 vorhandenen Wordpad oder WordPro aus der "Lotus Smart Suite 96" auf einem Pentium 1 166MHz mit 32MB RAM aus dem Jahr 1996.


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BeitragVerfasst: 26.01.2011 10:16:44 
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Vielleicht sollte man zwei Problemkreise auseinanderhalten:

Einerseits stellt sich die Frage der Kompatibilität. Wenn es nur um ältere Versionen von TM geht, dann ist und bleibt der bereits erwähnte Weg, im TM 2006-Format zu speichern, nach wie vor erste Wahl. Denn damit ist sichergestellt, dass zumindest alles, was TM 2006 konnte, auch in der Datei abgelegt ist und genau so reproduziert wird. Analog gilt für den Austausch mit TM 2008 das TM-2008-Format als erste Wahl. Beim Austausch zwischen zwei TM, gleichgültig, ob es sich um jeweils gleiche Versionen oder um zwei verschiedene handelt, müssen mit einem Fremdformat bereits Abstriche in Kauf genommen werden.

Anderseits stellt sich natürlich auch die Frage der Langzeitarchivierung von Texten. Die Antwort darauf ist leider klar: Niemand kennt die Zukunft, in der EDV schon gar nicht. Ob es 2011 sinnvoll ist, in einem älteren Word-Format zu speichern, bleibe dahingestellt. Denn leider ist es so, dass neuere Programme bereits Word 2.0 oder 3-Dateien nicht mehr öffnen können. Ob Word 6.0-Dateien demnächst bereits dasselbe Schicksal erleiden, kann wohl kaum jemand voraussagen. Ähnliches gilt für die Kompressions-Formate: Gegenwärtig ist ZIP das überall verbreitete Format, das zumindest (fast) jeder lesen kann. Das kann so bleiben, muss aber nicht. BZ2 kann in Zukunft vorherrschend werden, muss aber nicht. Ebenso kommt es auch auf den Zweck der Speicherung an: Behördenbriefe z. B. empfiehlt es sich auch als PDF, am besten gesichert, zu speichern, damit man sie nachweisen kann. Soll nur der Wortlaut für spätere Bearbeitung gesichert werden, empfiehlt sich nach wie vor das Anlegen reiner Textdateien, da diese wohl noch in 20, 50 oder gar 100 Jahren zumindest gelesen werden können. Von den Datenträgern selbst will ich jetzt nicht sprechen, nur soviel: auch diese altern und halten nicht ewig.

Vielleicht wird uns irgendwann in naher Zukunft ein bleibender Standard beschert. Die XML-basierten Dateiformate sind dafür gewiss Kandidaten, aber auch nicht mehr. Eine Software wie TeX ist einen entschiedenen Weg gegangen: Um auch in hundert Jahren reproduziert zu werden, ist die Entwicklung insbesondere des Dateiformats vor Jahren eingefroren worden und wird sich nicht mehr ändern. Ähnliches gilt auch von Tustep, dessen Dateiformat noch älter ist und zwar Abwärtskompatibilität garantiert, aber auch einige lästige Beschränkungen bringt. Solange die Entwicklung weiter geht, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als von Zeit zu Zeit unsere Dateibestände umzuwälzen. Ein Beispiel eines Skripts, mit dem ganze Ordner umgewandelt werden können, ist im BM-Forum zu finden.

Im Grunde ist dies keine neue Erfahrung: Als der Buchdruck die handschriftlichen Codices ablöste, ging das hoch elaborierte Abkürzungssystem der Handschriften unter, heute kann fast niemand es mehr lesen. Der frühe Druck übernahm die gebrochene Schrift, die inzwischen weltweit durch die Antiqua abgelöst wurde. Heute können bereits die meisten Deutschen Fraktur nicht mehr lesen. In Deutschland wurde inzwischen auch die Antiqua-Schreibschrift aus den Schulen verbannt, nur in Teilen der Schweiz hält sie sich noch. Unsere Kinder oder zumindest unsere Enkel werden also die Briefe, die wir noch von Hand geschrieben haben, nicht mehr lesen können. Das Berufsbild der Stenographen ist ohnehin verschwunden, mein letzter Bekannter, der noch Stenographie beherrscht, ist unlängst 90 geworden.
Wenn im Jahr 900 jemand darauf hingewiesen hätte, dass es Archivierungsprobleme gebe, dann würden wir heute vielleicht noch Althochdeutsch mit Runen schreiben, wer weiss?


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BeitragVerfasst: 26.01.2011 16:57:00 
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Panosis hat geschrieben:
Wenn im Jahr 900 jemand darauf hingewiesen hätte, dass es Archivierungsprobleme gebe, dann würden wir heute vielleicht noch Althochdeutsch mit Runen schreiben, wer weiss?
... karolingische Minuskeln, Panosis, das weisst du doch ... :)
Die Probleme der Kurzzeitarchivierung sind aber auch nicht zu verachten -- manchmal kann ich mein Gekritzel von gestern schon heute nicht mehr lesen.
Und dieser Nonsens-Edit ist auch noch mein tausendster Beitrag hier! #-o


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BeitragVerfasst: 26.01.2011 17:51:34 
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Panosis hat geschrieben:
Ebenso kommt es auch auf den Zweck der Speicherung an: Behördenbriefe z. B. empfiehlt es sich auch als PDF, am besten gesichert, zu speichern, damit man sie nachweisen kann.

Generell wäre es möglich, seine Dokumente nach PDF/A zu speichern. Das ist zumindest nach ISO 19005-1:2005 ein Format für genau diesen Zweck. Man könnte also mal wild in der Gegend herumpostulieren, dass dieses Format in vielen Jahren noch lesbar sein könnte.

Aber nagel' mich in 100 Jahren nicht auf diese Aussage fest…


PS: Die einzig funktionierende und real praktizierte Langzeitarchivierung ist die Microverfilmung. Das wird auch immer lesbar sein und kann bei nicht allzu schlampiger Lagerung sehr, sehr lange (ungefähr 500 Jahre) haltbar sein. Auch ohne seine Filme im Barbarastollen einzulagern…


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BeitragVerfasst: 27.01.2011 11:21:18 
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Zitat:
... karolingische Minuskeln, Panosis, das weisst du doch ...


Die Anhänger des Althochdeutsch-Schreibens mit Runen hatten gewiss nichts übrig für modernistische Einheitssprachen (und Alphabete) wie Latein, die in ein paar Jahrhunderten die Volkssprachen völlig verdrängt haben würden.


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