pepe hat geschrieben:
- warum noch ein weiteres eigenes dateiformat? gerade jetzt, wo die neuen OOo-formate offizieller standard sind.
Es ist ISO-Standard, aber das hat überhaupt nichts zu sagen. Für den Austausch von Dokumenten unterschiedlicher Applikationen ist ODF nicht geeignet. Es handelt sich um ein genauso proprietäres Format wie DOC oder TMD, denn es ist ausschließlich für OpenOffice einsetzbar. Alles anderen Anwendungen könnten das Format nur verwenden, wenn sie nur den teilweise sehr dürftigen Funktionsumfang von OpenOffice verwenden, sprich 1:1 nachprogrammiert würden.
pepe hat geschrieben:
Es mag am anfang einfacher sein mit einem eigenen format, aber dem nutzer ist es nur hinderlich. Wieso kompatibilitaet mit OOo formaten pflegen wenn man sie nativ benutzen koennte?
Weil man das eben genau nicht kann. ODF ist ein OpenOffice-spezifisches Format. Keine andere Anwendung kann damit umgehen. Natürlich könnte Softmaker die Daten auch als ODF speichern. Das hätte aber zur Folge, dass außer SoftMaker-Anwendungen sonst kein Programm (schon dreimal nicht OpenOffice) diese Daten lesen könnte, weil schlicht die Funktionen und/oder Importfilter für die Funktionen fehlen. Die konkreten Details werde ich hier jetzt nicht runterkauen, das würde zu weit führen, denn ohne detaillierte Kenntnisse über die Formatspezifikationen ist eine Diskussion darüber nicht so einfach...
Das haben wir hier schon ein paarmal durchgekaut, ich finde nur die die Threads nicht wieder in denen das schon alles detailliert inklusive Beispielen steht... Du kannst etwas weiter unten einmal schauen, was da zu OpenOffice 3 steht. Da siehst Du, warum ODS zum Beispiel indiskutabel ist.
Ich rechne derzeit damit, dass es wohl eher eine ähnlich perfekte OOXML-Unterstützung für SoftMaker gibt bevor OpenOffice über ausreichende Funktionen verfügt. Da OOXML auch ISO-Standard ist (es wird es definitiv, da zweifelt niemand mehr dran) wäre damit ja ein Standard-Format vorhanden, mit dem sich viele Funktionen von SoftMaker-Office abbilden lassen.
pepe hat geschrieben:
presentations kann noch kein odp. Ich schaetze mal das ist geplant..
Zumindest lesend könnte das vielleicht machbar sein. Schreibend macht wenig Sinn, weil Impress halt nix kann. Die Alternative wäre, dass SoftMaker das Gros der Funktionen aus presentations entfernt, damit es halbwegs Kompatibel wird. Das ist keine Lösung. Impress kann PPT lesen, das schafft es.
pepe hat geschrieben:
presentations sollte in vektor-formate exportieren koennen, allen voran eps,
EPS wird nur in sehr speziellen Umgebungen verwendet. PDF ist das Format der Wahl und hier wird sicher eine Erweiterung kommen, dass PDFs die Vektorinformationen erhalten. Das ist in die Version 2008 noch nicht eingeflossen.
pepe hat geschrieben:
damit man diagramme ohne verluste in andere dokumente(latex) aufnehmen kann.
Geht, PDF. Da latex durch pdflatex weitestgehend ersetzt wurde, ist das Einbinden von PDF absolut trivial.
pepe hat geschrieben:
schaut euch mal die export-optionen fuer pdf in OOo an. Alle sind sicher nicht noetig, aber ein paar grundlegende waeren schon praktisch.
Presentations bietet doch bereits heute flexiblere Optionen für den PDF-Export (Fonteinbettung sei ein Stichwort)
pepe hat geschrieben:
Das sind so die standard-sachen, wenn man das office im akademischen bereich einsetzen will
Das ist so nicht richtig. Das ist ausschließlich im "universitären" Bereich so. Sobald die Studenten fertig sind und mit echten Anforderungen der realen Welt konfrontiert werden, ist ganz schnell Feierabend mit der ganzen Spielerei. Glaub' mir, ich weiss ziemlich genau was ich da schreibe. Nur in der Universität hat man die endlose Zeit für jedes Dokument und jede Ausarbeitung mehrere Tage/Wochen zu verplempern. Die Wirtschaft interessiert sich nicht dafür. Da gibt es Termine, Deadlines und Chefs.
pepe hat geschrieben:
fuer diagramme braucht man auch eine bibliothek mit nuetzlichen bildchen. zugegeben, die gallery von OOo uebertreibt das vielleicht ein wenig...
Diagramme erstellt man nicht mit einem Präsentationsprogramm, sondern mit speziellen Anwendungen wie bspw. SmartDraw oder Visio. Entsprechende Linux-Programme kenne ich nicht, verschiedene Diagrammtypen lassen sich jedoch auch mit TeX zeichnen.
pepe hat geschrieben:
Die Sachen sind fuer sich genommen halb so wild. aber das OOo open-source ist ist fuer mich ein wichtiger bonus.
Aus welchem Grund genau? Es gibt kein Argument, das wirklich für OpenSource spricht, ausser dass andere Leute sich beliebig an dem geistigen Eigentum anderer bereichern können. Wer nicht bereit ist, für die Leistung anderer Geld zu bezahlen, findet es sicherlich auch nicht schlimm, wenn er ohne Lohn arbeiten geht.
Nachtrag: Ein Ergebnis von OpenSource ist, dass OpenOffice bspw. über keine Rechtschreibprüfung und auch keinen Thesaurus verfügt. Das, was es gibt verdient die Bezeichnung bekanntermaßen nicht. Der Grund liegt auf der Hand: Eine gute Rechtschreibprüfung verwendet patentierte Verfahren und ein hohes Maß an geistigem Eigentum. (h)Unspell (die "Rechtschreibprüfung" von OpenOffice) wird seit Jahren entwickelt und ist immer noch auf einem Stand der ersten Rechtschreibprüfungen zu DOS-Zeiten. Wer eine Rechtschreibprüfung in OpenOffice haben will, muss StarOffice kaufen, dann ist es aber auch kein OpenSource mehr.
Dann möchte ich an den Einbruch in den Servern der Squirrelmail-Entwickler erinnern. Trotz OpenSource ist es den *Entwicklern* nicht möglich gewesen zu sagen, welche Auswirkungen die Manipulationen am Sourcecode haben könnten. Das zeigt auf eine sehr deutliche Art und Weise, dass es dem Anwender überhaupt keinen Vorteil bringt, wenn er sich den Programmcode ansehen kann -- wenn die Entwickler es schon nicht verstehen wird es kritisch

pepe hat geschrieben:
(allein schon wegen der besseren integration in das packetmanagement der eigenen distribution. automatische zentral verwaltete updates
Das ist falsch. Es gibt keinen Automatismus. Die Pakete müssen vom jeweiligen Maintainer in die Repositories eingefügt werden.
pepe hat geschrieben:
ohne komische EULAs
Auch das ist eine Frage, ob man die Leistung anderer bereit ist zu honorieren oder nur nutznießen möchte. Mal provokant gefragt: Hast Du Dir vor dem Kauf Deines Autos die Software der Motorsteuerung vom Hersteller aushändigen lassen? Die werden sich hüten.
Nachtrag: Dir ist aber klar, dass Du bei der Nutzung von OpenSource-Software, der jeweiligen EULA ebenfalls zustimmen musst? Ich erinnere da an die Diskussion Mozilla ./. Cononical bei der es genau um dieses Thema ging. Die entsprechenden Lizenzen aus dem OpenSource-Bereich werden bei Nutzung der Software ebenfalls anerkannt und unterscheiden sich nur unwesentlich von denen kommerzieller Software (außerhalb der Untersagung des Reengineering).
pepe hat geschrieben:
und ohne dass ich persoenliche details dritte weitergebe,
Es werden keine Daten an "Dritte" weitergegeben, denn der Geschäftspartner ist nicht der "Dritte", sondern der zweite. Nur, wenn dieser gegen das BDSG verstößt (direkt oder durch Mißachtung einer entsprechenden Ausschlußklausel) landen die Daten bei "Dritten".
pepe hat geschrieben:
ausserdem die persoenliche kontrolle, dass man diese software fuer immer verwenden kann und keine backdoors/updatezwaenge bestehen)
Du kannst die Lizenz für immer verwenden. Bei einem Update kostet es dann halt wieder etwas Geld, aber das muss man ja nicht kaufen, ist ein freies Land.
Wo genau befindet sich in der SoftMaker-Software eine Backdoor? Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage.